BERLIN. Die „Babyboomer“ gehen demnächst in Rente. Und viele von ihnen bereiten ihre Wohnungen und Häuser systematisch aufs Alter vor, beobachtet der Verband Privater Bauherren (VPB). Einige bauen sogar noch einmal ganz neu – und diesmal auch barrierefrei. Dabei unterstützt sie der VPB mit seinem neuen Leitfaden „Vorbauen und umbauen: barrierearm und altersgerecht“, der jetzt in dritter Auflage – und erheblich erweitert – erschienen ist. Der 66-seitige Leitfaden kann ab sofort im VPB-Shop unter www.vpb.de bestellt werden – für fünf 5 Euro plus Versand.

Die bundesweit tätigen VPB-Berater beobachten drei Tendenzen: Ein Teil der Älteren baut seine Immobilie fürs Alter um, ein weiterer Teil sucht gezielt nach Seniorenwohnungen mit angeschlossenem Service und eine dritte, wachsende Gruppe, wagt noch einmal den kompletten Neubau. Gerade letztere sehen sich dabei nicht nur auf dem Schlüsselfertigmarkt um, sondern versuchen, ihre individuellen Wünsche mit einem Architekten zu realisieren.

Problematisch ist nach VPB-Erfahrung der Kauf sogenannter „Seniorenwohnungen“, denn nirgends ist genau definiert, was eine solche Wohnung an Komfort und Hilfen bieten muss. Der VPB rät deshalb allen Kaufinteressierten, sich im Vorfeld Gedanken zu machen, welche Aspekte ihnen persönlich wichtig sind. Was nützt einem stark Sehbehinderten oder Blinden aller Komfort, wenn sein Begleithund nicht mit in die neue Wohnanlage ziehen darf?

Das Schlagwort „barrierefrei“ ist nach Erfahrung des VPB oft nichtssagend. Zwar gibt es DIN-Normen, die Türbreiten, Griff- und Sitzhöhen oder Bewegungsflächen im öffentlichen Bereich und in Heimen regeln, aber braucht jeder Senior diesen Standard? Längst nicht jeder sitzt im Rollstuhl! Genau genommen sind laut Statistischem Bundesamt (Zahlen von 2012) rund 1,6 Millionen auf den Rollstuhl angewiesen. Die Hälfte ist über 65.

Viel weiter verbreitet als Krankheiten, die den älteren Menschen an den Rollstuhl fesseln, sind Sehbehinderungen. Diese stellen sich in der Regel schleichend ein. Laut Robert Koch-Institut (Gesundheitsbericht des Bundes 2012) nehmen Sehschwierigkeiten ab 45 deutlich zu. Mit 65, also im Alter, ab dem die Rente ausbezahlt wird, beklagen ein gutes Drittel aller Frauen und über ein Viertel aller Männer schwere Sehprobleme oder sogar den Verlust des Sehvermögens. Schuld daran sind neben dem Altern des Auges an sich vor allem altersbedingte Gesundheitsprobleme, wie etwa der Graue Star oder auch neurologische Erkrankungen, wie Diabetes, der im Alter ebenfalls zunimmt. Sehbehinderungen schränken die Mobilität im Alltag erheblich ein. Autofahren kommt für viele Sehbehinderte nicht mehr infrage. Aber auch als Fußgänger leben sie gefährlich, ebenso wie Menschen, die schlecht oder gar nichts mehr hören. Je nach Handicap muss also das eigene Heim individuell gestaltet und technisch ausgestattet werden.

Auch Menschen, die an einer Rheumaerkrankung leiden, leben zum Teil mit gravierenden Einschränkungen beispielsweise der Hände, was die Selbstversorgung im Alltag erschwert, aber auch der Hüfte, Knie, Fuß- und Zehengelenke, was wiederum die Mobilität erheblich beeinträchtigen kann. Rheumatische Erkrankungen beginnen bei den meisten Betroffenen zwischen 55 und 65 Jahren, belasten also das Alter und sollten in die Planung des Alters-wohnsitzes einfließen. Gleiches gilt für Arthrosepatienten. Arthrose ist eine typische Alterskrankheit, die sich bislang auch nicht aufhalten lässt. Betroffene müssen ihr Wohnumfeld entsprechend einrichten. Auch die Osteoporose gehört zu den klassischen Alterskrankheiten. In Verbindung mit dem im Alter ohnehin erhöhtem Sturzrisiko führt sie ab Mitte 70 bei vielen Menschen zu zahlreichen Knochenbrüchen, vor allem Oberschenkelhalsfrakturen. Auch dies ist ein guter Grund, den Alterssitz stufenlos zu gestalten, um das Risiko eines Sturzes klein zu halten.

Die Suche nach dem idealen Alterssitz beginnt sinnvollerweise beim Hausarzt. Er weiß, welche Probleme seinen Patienten zu schaffen machen und wie sich die bestehenden Krankheiten voraussichtlich entwickeln werden. Daraus ergeben sich wichtige Anhaltspunkte, was im neuen Heim wirklich wichtig ist. Steht das fest, können Senioren gezielt planen, umbauen oder nach einer Immobilie suchen. Behilflich sind dabei unabhängige Bausachverständige, die sich mit dem Bauen, aber auch mit Zuschüssen und Vorschriften auskennen.
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Der Leitfaden „Vorbauen und umbauen: barrierearm und altersgerecht“ kann ab sofort im VPB-Shop bestellt werden. Er kostet 5 Euro plus Versandgebühren. Auch der nebenstehende QR-Code führt direkt zum Bestellformular auf der VPB-Website.

Weitere Informationen beim Verband Privater Bauherren e.V., Bundesbüro, Chausseestraße 8, 10115 Berlin, Telefon 030-2789010, Fax: 030-27890111,
E-Mail: info@vpb.de, Internet: www.vpb.de.

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